Donnerstag, 31. Mai 2007

Karneval Berlin und die Wettererlebnisse

Mit etwas Verzögerung ein paar Eindrücke vom letzten Wochenende.
In den Schlagzeilen ging es um Blitze und Gewitter. Aber in Berlin ging es trotzdem recht bunt zu. Um die Heilig Kreuz-Kirche herum waren ein ganzes langes Wochenende lang verschiedene Rythmen zu hören. Der Karneval der Kulturen war das Ereignis um den Blücherplatz. Bunte Gewänder waren zu sehen und die Menschen waren in Feierlaune.

Aber auch in Berlin stürmte und regnete es. In diesen Momenten suchten viele Menschen Zuflucht in der Kirche, dem einzigen festen Bauwerk, neben den Bühnen und Buden.
Am nächsten Tag war die Aufmerksamkeit den Wolkenbewegungen gegenüber schon viel größer – zumindest bei den Standbetreibern und Verantwortlichen, die erlebt hatten, dass ihre Dächer nicht ganz Regen und Sturmfest waren. Ich kam noch rechtzeitig vor dem Regen nach Hause. Auf dem Weg zum Einkaufen klingelten wir (Schnatterinchen und Ich) uns in einem Haus in die Einfahrt, um den Hagel abzuwarten. Das wurde sogar recht gemütlich. Überhaupt veränderte sich mit dem Wetter immer wieder die Stimmung der Menschen. Das war spannend zu beobachten. Im Supermarkt bekamen wir doch noch, was wir brauchten und gelangten trockenen Fußes nach Hause.
Der Karnevalsumzug wurde wohl etwas vom Regen gestört. Am Abend, als ich dann raus ging, war es schon wieder recht trocken.
Die Bässe ud Drums auf den Wagen ließen die Scheiben der Kirche am Südstern klappern. Zur Nacht der Offenen Kirchen war dort ein Lobpreisabend angesagt und versuchte der anderen Musik draußen Konkurrenz zu machen.
Montag Nacht nach der Orchesterprobe kam ich dann doch tropfnaß zu Hause an. Regen und Fahrrad fahren passt nur auf dem Heimweg gut zusammen. :-)

Dienstag, 22. Mai 2007

Jahrestag

Auch wenn die Neuigkeiten hier Lückenhaft erscheinen. Aktuell:
Das Schaf ist heute seit 23 mal 365/366 Tagen auf dieser Welt. Und es war ein wirklich schöner Tag mit netten Leuten, Sonne, Eis, Schwimmen, Überraschungen und Vielem was ich mag.
Danke an all die netten Leute, die ich kennen darf und auch an die, die heute an mich gedacht haben… und an meinen Schöpfer, der mir so ein tolles Leben schenkt. :-)

Donnerstag, 17. Mai 2007

Fahrrad am Ku'damm

Ja, ich habe es ausprobiert: man kann ein Fahrrad unangeschlossen am Ku'damm parken und findet es auch nach eineinhalb Stunden nach wieder. (Was jetzt auch schon wieder zwei Wochen her ist.) Zumindest hat das an einem Donnerstagabend geklappt, als ich meinen Schlüssel zu Hause vergessen hatte. Ist doch toll, dass man noch Vertrauen in die Zivilisation haben darf. Dabei ist es auch in meinem Fall durchaus die seltene Ausnahme geworden, dass ich mein Fahrrad nicht anschließe.

Flaschenpfand oder Erziehung

Hätte mich heute jemand beobachtet, wäre fraglich gewesen, ob ich als arme Studentin auf Flaschenpfand angewiesen bin. Vermutlich wäre der Beobachter (oder die Beobachterin) nicht sofort darauf gekommen, dass ich mich just heute beim Spaziergang in der Natur an meine Kindheit erinnerte. Als ich 7 oder 8 Jahre war, hatte ich großen Spaß daran, meine Geschwister zu motivieren, gemeinsam mit ihnen die Seitenstreifen der Straße an der wir wohnten vom Müll zu befreien.
So dachte ich mir heute, dass es doch eine gute Tat ist, ein paar Bierflaschen, denen ich begegnete (und wirklich nicht alle!) aufzulesen und nicht am See verrotten zu lassen. Vielleicht ergeben sich nun die Cent für einen Kaffee aus der Aktion. :-)

Mittwoch, 16. Mai 2007

Jugendkriminalität

Klingt das nicht etwas verharmlosend?
Heute wurde das 14jährige Mädchen beerdigt, das vor Kurzem in Berlin von Jugendlichen in einem Koffer verbrannt worden ist. Als ich davon hörte – nicht aus der Presse –, machte mich die Schliderung sehr betroffen. Ich stellte Fragen wie viele Andere, nach dem Wieso und Warum. Und die werden auch offen bleiben.
Wenn ich dazu aber, von anderen Jugendlichen, Berichte über die Bedrohung durch "Jugendbanden" höre, die das "Abziehen" von Wertgegenständen zu ihrem Einkommen machen, dann ist es doch fraglich, wie mit solcher Radikalisierung umgegangen werden kann. Ich vermute verschiedene Motive, wie Hilflosigkeit, fehlende Sensibilität oder auch Lust an Gewalt und Macht, hinter solchen Handlungen. Aber was kann dagegen passieren? Es fängt ja wohl im Kleinen an.
Zunächst darf darüber nicht geschwiegen werden (gerade gegenüber Jugendlichen) – das würde der allgemeinen Sprachlosigkeit ja Vorschub leisten. Aber mit "Reden" kommt man an die Täter ja nicht ran. Und nun?

Montag, 14. Mai 2007

3,2,1…

Seit letzten Donnerstag sind es nur noch 3 Prüfungen bis zum Diplom.
Mit der Konfirmandenstunde zum Thema "Gebet", die ich ja hoffentlich irgendwie bestanden habe, ist die letzte Praxisprüfung erledigt und nun kann ich voll in die Vorbereitungen der großen Abschlussprüfungen starten. Über mein biblisch-theologisches und gemeindepädagogisches Wissen aus 8 Semestern werden ich im Juni befragt. Ihr könnt ja schonmal mit Daumen drücken anfangen. ;-)

Man nehme…

…Fahrausweise lieber mit, wenn man mit der BVG fährt.
Vorgestern auf dem Weg zur Domähne Dahlem bin ich tatsächlich mal wieder kontrolliert wurde. Allerdings hatte ich die falsche Hose an bzw. die richtige Hosentasche nicht mit. Nun muss ich diese Woche zur BVG und mein Semesterticket nachweisen. Dann brauche ich nur 7, statt 40 € zahlen. :-/

Dienstag, 8. Mai 2007

Es ist April

und doch gar nicht so sehr verspätet. :-)
Es regnet und ich freue mich über die saubere Luft, auch wenn ich heute und gestern ziemlich nass geworden bin.
Nach wohl sechs Wochen Trockenheit, Sonne und so weiter tut es in der Stadt sehr gut, wenn alles mal wieder ein bisschen gewaschen wird.

Also: Es gibt kein schlechtes Wetter nur unangemessene Kleidung. :-)

Sonntag, 6. Mai 2007

Warum schlagen Eltern ihre Kinder?

Heute kam ich etwas nachdenklich bei der Konfirmationsvorabendfeier meines Cousins an. Auf dem Weg dort hin erlebte ich kurz nachdem ich das Haus verlassen hatte eine Mutter, die gerade dabei war, ihren Schuh aus und wieder an zu ziehen. Nicht verwunderlich, vielleicht ein Stein drin, aber neben ihr stand ihre Tochter mit hochrotem Kopf, schreiend und weinend und beteuerte immer wieder "das war nicht böse gemeint, das habe ich nicht gewollt, Mama" aber ihre Mutter - ohne weiter die Miene zu verziehen, beschäftigt mit ihrem Schuh - antwortete: "das hättest du dir vorher überlegen sollen" und das Mädchen heulte auf und schrie schrill, wusste nicht wohin mit sich, konnte nicht weglaufen und sich nicht beruhigen - wie auch. Sie konnte nur immer wieder beteuern, dass es ihr Leid tut. Ich musste weiter gehen, aber hörte die ganze Straße entlang das jämmerliche Weinen.
In der S-Bahn nach Erkner dann wurde es noch schlimmer. Eine Mutter saß in der S-Bahn und ihr kleiner Sohn (3 oder 4 Jahre alt) turnte ein wenig herum. Als er hinfiel blieb die Mutter unberührt sitzen. Der Junge stand auf und wollte nun aber, dass seine Mutter irgendetwas mitmacht (evtl. sich einfach an einen anderen Platz setzt). Statt aber zu reagieren und zu antworten tat sie nichts. Der Junge sah sich genötigt an ihr herum zu zerren, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Mutter wollte das nicht, aber statt es erstmal zu sagen, schlug sie ihm gleich auf die Hände. Toll dachte ich, was soll der Kleine bitte lernen. Der probierte es noch ein paar mal. Und fing an zu weinen, weil seine Mutter ihm immer nur auf die Hände schlug. Schließlich tat es ihm deutlich weh. Er sagte "Aua" und ging in eine andere Ecke des Abteils. Dort weinte er und wollte sich wieder mit turnen beschäftigen. Aber er war enttäuscht von seiner Mutter und heulte "Böse Mama, du bist eine böse Mama" (Klar, wieso haut sie auch bloß). Aber die Mutter wusste keine andere Reaktion als schließlich aufzustehen und ihm auch noch auf dem Mund zu hauen, damit er endlich still sei. Weinend verkroch sich der Junge auf einen Sitz und seine Mutter schaute ihn nicht mehr an. Irgendwann streifte er noch Mamas Handtasche ab, um wieder ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. Die Mutter schimpfte ihn an, ohne ihn richtig anzuschauen und hob ihre Tasche auf. Setzte sich wieder auf ihren Platz. Die Haltestelle zum Aussteigen kam. Der kleine Junge wollte seine Mutter an der Hand fassen, um besser aussteigen und Treppe steigen zu können. Aber die Mutter weigerte sich. "Nein du hast gesagt du hast mich nicht mehr lieb. Ich bin eine böse hast du gesagt." Der Junge versuchte es immer wieder und war hin und hergerissen.

Was hätte ich machen sollen? Die Reaktionen der Mutter waren für mich völlig überraschend. Ich wäre gern aufgestanden und hätte ihr gesagt, dass die sofort aufhören solle ihr Kind zu schlagen. Aber da war es auch schon vorbei und nochmal hat der Junge sich nicht getraut. Was macht man in so einer Situation? Wie kann man diese Kinder als fremder Mensch stärken und den Eltern aus ihrer Blindheit helfen?

Was soll aus der Gesellschaft werden, wenn Eltern nicht mehr verstehen, wenn sich ihre Kinder bei ihnen entschuldigen wollen? Wenn die Kinder gar keine Chance bekommen zu lernen, wie man liebevoll miteinander umgehen kann???
Das macht mich so traurig.