Freitag, 30. März 2007

Mäusebiss

Lolle (die schwarze der beiden Rennmäuse) und ich sind wohl quitt. Ich habe ihr heute die Zehennägel geschnitten und dabei hat sie mich so gebissen, dass ich meinen Zeigefinger hier beim tippen auf der Tastatur ganz deutlich spühre. Sie hat 2 Zappelbewegungen lang einfach an meinem Finger gehangen. Ich hätte ihn schütteln können und sie wäre nicht im Waschbecken gelandet. Auch auf meinem Fingernagel sieht man jetzt Spuren. Bloß gut, dass ich den habe, sonst wäre vielleicht die Hälfte vom Finger ab.
Nicht mal entschuldigt hat sie sich. Ich kann nur vor der Anschaffung von Mäusen warnen.

Frühling auch in der S-Bahn

Ja, es ist Frühling,
die Knospen an den Bäumen lassen langsam Blätter blicken,
es ist Frühling,
die Heidschnucken reißen aus und rennen zu den anderen,
es ist Frühling,
die Kinder sind ganz aufgeregt und springen und toben,
es ist Frühling,
in der S-Bahn wird viel mehr geredet,
es ist Frühling,
wildfremde Menschen lächeln einander auf der Straße an,
es ist Frühling,
auch ohne Jacke kann ich Fahrrad fahren,
es ist Frühling,
das Gras ist saftig grün.
Es ist Frühling.

Mittwoch, 28. März 2007

Urlaub zu Bildungszwecken

Während nun in der letzten Woche vor den Osterferien etliche Schulklassen unterwegs sind und ihre Ausflüge machen, habe ich heute auch einen Tag auf dem Land verbracht. Dort, wo die Ostdeutsche Eisenbahn fährt deren Züge gelb sind, die Sonne scheint, die Bäume blühen und keiner über Feinstaub klagen kann (wobei ja gerade die Diskussion um CO2 überwiegt - das ist auch dort Thema). Aber nicht das ihr denkt, die Diplomarbeit wäre schon fertig. Natürlich diente auch dieser Tag ausschließlich der Forschung und persönlichen Bildungszwecken.

Ich habe die Kommunität Grimnitz besucht und unter idealen Bedingungen - blauer Himmel, grüne Wiesen, liebe Tiere, kommunikative und freundliche Menschen, eine hübsche Gartenbank und beste Bewirtung bei insgesamt strahlendem Frühlingssonnenschein - informative und unterhaltsame Gespäche geführt. Die Ergebnisse kann ich in den nächsten Tagen verarbeiten.















Es war so ein wunderschöner Tag mit viel Blick auf das weite Land Brandenburgs, zum Luft holen und entspannen, dass ich heute nicht mehr daran zweifle, dass ich diese Arbeit irgendwie schaffen werde.

Die Rückkehr in die Betontunnel Berlins fühlte sich schon sehr seltsam an und fiel schwer, nach so einem schönen Tag. Ich konnte es trotz Kopfschmerzen und Erschöpfung gar nicht schade finden schon 10 h unterwegs zu sein, als ich auf die S-Bahn wartete.
Nebenbei habe ich mir heute eine ganze Tafel Milkaschokolade verdient, denn Schnatterrinchen wollte gestern Abend unbedingt dagegen wetten, dass ich den Zug heute Morgen pünktlich schaffe. Da hatte sie dann aber gründlich verloren. :-P
Ich staunte nicht schlecht, als ich gestern auf der Busfahrt durch das Zentrum Berlins plötzlich einen langen Hals in gelb mit braunen Flecken entdeckte. Da steht doch tatsächlich eine Giraffe am Potsdamer Platz kurz davor die Straße zu überqueren. Africa is coming to europe! Nun haben wir nicht nur ein Eisbärenknuddelbaby (der laut Tagesspiegel überhaupt nicht harmlos ist - siehe heute Seite 1 unten!) sondern auch noch eine Giraffe, die nicht mal im Zoo wohnt.

Bücher, Bücher, Bücher

Es sieht hier in meinem Zimmer ein bisschen aus, als wäre die Buchmesse nicht in Leipzig, sondern direkt hier in Berlin gewesen. :-)

Montag, 26. März 2007

der Lauf der Sonne II

Hier die Auflösung:

Foto 2: Sonnenaufgang – Da war ich schon 45 Minuten wach und bereits S-Bahn und Fahrrad gefahren. :-)

Foto 1: Abendsonne – Aufgenommen nach einem netten Einkaufsspaziergang.

Samstag, 24. März 2007

der Lauf der Sonne

Ich habe heute die Sonne fotografiert.
Ihr dürft die richtige Reihenfolge und jeweils eine Uhrzeit raten :-)

Foto 1:Foto 2:
Na? Sonnenkundige müssten das doch gleich sehen, oder? :-)

Donnerstag, 22. März 2007

Hilferuf aus Dresden

http://www.welterbe-erhalten.de/

Schaut es Euch an und wenn Ihr gegen den Bau seid, macht bei der Aktion mit!

oder der Link zum direkt unterschreiben:

http://www.welterbe-erhalten.de/unterschriftenliste/index.php

Mittwoch, 21. März 2007

Die Bahn kurz vor Mitternacht

Gestern Nacht haben ich mir 20 Minuten lang schönes gelbes Licht anschauen dürfen :-)
und bin dann trotzdem mit Hilfe der Bahn noch nach Rackwitz gekommen.

-geschrieben am 17.3.2007-

Abendstimmung in der Bibliothek

Es wird ruhiger.
Das Sonnenlicht verschwindet.
Die Lampen scheinen heller.
Nach und nach leeren sich die Tische.
Die wenigen Tischlämpchen die an sind, heben sich deutlicher von der Umgebung ab und erleuchten einzelne Arbeitsplätze.
Ich könnte hier sitzen und philosophieren… quasi stundenlang, doch nachher kommt die Durchsage: "Sehr geehrte Leserinnen und Leser. Bitte beachten sie, dass die Bibliothek in 15 Minuten schließt."

-geschrieben während der scheinbar endlosen Be- und Erarbeitung meiner Diplomarbeit.-

Gedanken aus der Bibliothek

Mein Nachbar in der Stabi hatte heute ein Buch mit dem Titel "Women, Fire and Dangerous Things" von George Lakoff auf seinem Tisch liegen. Ich war etwas irritiert, was darin wohl wissenschaftliches zu finden sein könnte. Es gibt so viele spannende Bücher, nur die die ich lese sind es gerade nicht. Ein anderer (dem Aussehen nach wohl asiatischer Abstammung) wippte auf seinem Stuhl vor und zurück, während er seinen Text las. Der Dritte schlief ein bisschen - das ist ihm nicht übel zu nehmen- aber er atmet ein wenig laut vor sich hin. Der Vierte nieste recht lustig (weil er nicht laut niesen wollte und ich habe es trotzdem mitbekommen.
Das arbeiten in der Bibliothek hat auch seine Tücken. Man muss nicht nur rechtzeitig da sein, um einen Platz zu bekommen, es muss auch noch eine erreichbare Steckdose für die Energiezufuhr am Computer vorhanden sein. Das wurde mir heute fast zum Verhängnis.

Das Sonnenlicht wandert durch den Raum und ich kann mir viel Köpfe und Laptops und Bücher in Regalen anschauen… :-)

-geschrieben während der scheinbar endlosen Be- und Erarbeitung meiner Diplomarbeit.-

Dienstag, 13. März 2007

die vier Exklusivpartikel

Schnatterinchen hat gesagt, ich soll mal wieder was posten, aber da ich die meiste Zeit in der Bibliothek oder zu Hause vor Büchern und Rechner verbringe, ist nicht viel passiert in den letzten Tagen. Ich habe geschrieben und gelesen und geschrieben… und mich dann immer wieder gefragt, ob das überhaupt einen Zusammenhang hat und vielleicht zufällig zum Thema gehört - oder doch nicht?
Jedenfalls kann ich sagen.
Die Rechtfertigungslehre hat eine ganz zentrale Stellung in der Theologie Luthers und der evangelischen Kirche. Ich sag nur: Solus Christus, sola gratia, solo verbo et sola fide!!! (Da bleibt wieder die Frage, ob der Exkurs zur Rechtfertigungslehre überhaupt relevant ist.)

Und hier noch ein Bild vom Tag. Das habe ich in meiner Mittagspause gemacht. Ihr seht den Urwald am Potsdamer Platz und im Hintergrund hängt die Welt in den Zweigen.

Mittwoch, 7. März 2007

"meetingpoint" und Mäusetritt

Ich war gestern in der Staatsbibliothek, die ein beliebter Treffpunkt von Studierenden ist. Ich habe gleich auf einmal zwei Kommilitonen getroffen. Und dann anscheinend so angestrengt gearbeitet, dass ich heute Morgen gleich sämtliche Wecker, sowie mein Radio überhört habe. Außerdem hab ich dann gleich mal Kopfschmerzen davon gehabt - also gestern Nachmittag vom Arbeiten. (Zum Ausgleich habe ich im Hof die Blümchen versorgt.)
Trotz anstrengendem Tag durften Schnatterinchens (Renn-)Mäuse sich gestern mal wieder austoben - wir haben sie auf dem Flur rennen lassen. Bis Lolle dann nicht richtig aufgepasst hat und unbedingt vor meinen Fuß rennen musste. Jetzt humpelt sie ein bisschen. Auweia. (Zum Glück war es nicht Chrisi, das wäre mir bestimmt noch sehr viel mehr übel genommen worden.) Gern hab ich die Lolle natürlich trotzdem nicht getreten.

Montag, 5. März 2007

Elefanten erkennt man an den Ohren

habe ich gerade bei Terra Nova gelernt, da meine Mitbewohnerin (Pseudonym: Schnatterinchen - hat sie sich gewünscht) so lieb war, mich mit Fernsehen gucken zu lassen. Ich hoffe, dass sich Menschen finden, die die Elefanten in Sri Lanka zu schützen lernen, damit die zahmen und die wilden Elefanten dort nicht aussterben.

Sonntag, 4. März 2007

der schöne Sonntag

Ich habe ausgeschlafen, war in der Sonne spazieren, habe mich mit einem Freund getroffen und Kaffee getrunken, gebastelt, und auf dem Hof das Laub weggeräumt, damit die Blümchen in den Frühling wachsen können. Da ich den Gottesdienst verschalfen hatte - und ich muss von der letzten Woche ganz schön müde gewesen sein - wollte ich Abends zum Dom fahren. Aber statt dessen habe ich mich entschieden in dem Buch "Exerzitien auf der Straße" zu lesen und mein eigenes Abendgebet zu halten.
Nun bin ich hoffentlich gut genug erholt, für die nächste Arbeitswoche.

Samstag, 3. März 2007

Auriswüste

Heute ist der 3.3. und ich war auch draußen. Aber ich habe keinen "Auris" gesehen und auch keinen Sandwüsten auf der Straße.
Ach ja, vielleicht ist hier noch auf die Übersetzung hinzuweisen (daran erinnerte mich ein guter Freund). "Auris" ist ein lateinisches Wort und heißt nicht Auge, auch nicht Auto, sondern Ohr!

Konzentrationsstörung - Ist das ADS?

Ich habe inzwischen ein hübsches Talent entwickelt - Druck ausweichen.
Da ich beim arbeiten an meinen Texten für die DiplomA immer wieder merke, dass ich viel langsamer voran komme, als ich will und geplant habe und dies mich immer wider verunsichert, reagiere ich ausgesprochen sensibel auf jegliche Art von ablenkenden Gedanken. Völlig egal, ob es sich um etwas handelt, was ich noch "ganz schnell nebenbei" im Internet suchen muss, oder was noch dringend eingekauft werden muss, Telefonklingeln, Autohupen, Regentropfen, nach Hause kommende Mitbewohnerinnen, und eingehende e-mails. Vermutlich gehören auch posten und kommentieren, sowie lesen in Blogs dazu - es gibt furchtbar viele Möglichkeiten, die mich die DiplomA sofort für Sekunden, Minuten oder (zum Glück in seltenen Fällen) Stunden verdrängen lassen und aus jedem Gedankengang heraus reißen.
Kann man das ändern? Ist das ADS?

Freitag, 2. März 2007

Weltgebetstag

Gerade war ich beim Weltgebetstagsgottesdienst, nebenan. Ich war mit Abstand die Jüngste und wurde auch gleich zweimal darauf angesprochen. Den Altersdurchschnitt habe ich wohl trotzdem nicht erheblich gesenkt, da sich doch einige Frauen zusammengefunden hatten.
Es ist eine interessante Liturgie, die die Frauen aus Paraguay da vorbereitet haben. Lieder mit fröhlichen Melodien wechselten mit Gebetstexten und der Vorstellung des Landes und dessen Lebensbedingungen. Schade ist, dass bei einem solchen Anlass leider wenig aktive Hilfe gegen das Elend dieser Welt statt finden kann.
Die Frauen der Gemeinde (und wohl auch welche aus dem Kirchenkreis), die den Gottesdienst hier vorbereitet und durchgeführt haben, hatten den Raum liebevoll gestaltet und auch während des Gottesdienstes die Gestaltung mit Symbolen, Gegenständen und Tönen fortgesetzt. Anschließend gab es noch ein gemeinsames Essen. Da habe ich mich dann lieber vorher verabschiedet, um mich wieder an den Schreibtisch zu setzen.

Für weiter Informationen: http://www.weltgebetstag.de

Donnerstag, 1. März 2007

"Augen auf Auris"

Heute war ich in der Stadt unterwegs und ich kam mir, wie schon in den letzten Tagen draußen recht seltsam vor. Ich fühlte mich beobachtet, nirgendwo war ich ganz sicher, denn von allen großen Wänden dieser Stadt schaute mich ein Auto an. Und nicht nur das, auch alle Gestalten ringsum zwingen mich förmlich mit ihrer Blickrichtung dazu, dieses Auto anzuschauen. Nicht nur sportliche Typen auf dem Fahrrad drehen sich danach um. Auch ältere Damen und Herren sitzen in Regisseursesseln davor, ein Fotograph lichtet es ab, Strapenarbeiter schauen mitten in der Wüste aus Gullideckeln. Und nicht nur Frauen, auch Hunde lassen sich fast von diesem schwarzen Fahrgestell überrollen. Zuguterletzt entdeckte ich auch zwei Kinder, die dieses Auto neugierig macht. Ist das nicht verrückt? Dabei gibt es das Modell erst ab übermorgen (ich bin gespannt, ob sich unsere Straßen dann in Wüsten mit dermaßen gleichmäßigem Sand verwandeln) und ich werde es mir trotzdem nicht kaufen.


Zumindest hat die Welt drei "A"s mehr im kollektiven Gedächtnis verankert: "Augen auf Auris". Es fehlt nur noch, dass demnächst kein Auto mehr Auto sondern dann "Auris" heißt.

dichter Nebel, Schüsse und Gospel

Gestern Abend war ich in der Passionskirche bei "Martin Luther King - The King on Love". Dichter Nebel empfing mich und meine Mitbewohnerin dort. Nachdem wir einen netten Platz auf der Empore gefunden hatten, ging es auch bald los, mit einer sehr modernen Lichtshow wurde der Zuschauerraum in die Vorstellung einbezogen. Ja, die Schüsse fielen ziemlich am Anfang. Aber die Story war damit ansprechend aufgerollt. Mit sparsamen Kulissen und mitreißend interpretierten Gospels wurde sein Leben in Szenen dargestellt. Ich habe es genossen, dieses nachdenkliche und am Ende so motivierende Stück, gegen jede Art der Ausgrenzung und für die Überwindung der Grenzen durch die Liebe selbst, sehen, mitklatschen und auch mitsingen zu dürfen. Im Grunde ein ganz und gar missionarisches Stück und gleichzeitig ausgezeichnet annehmbar, so wie die Berliner Zeitung titelte: "Religionsunterricht, auch für Nichtgläubige". Denn auch Martin Luther King predigte selbst die Botschaft des King of Love. Ich war erstaunt, wie unkompliziert und logisch diese Schlussfolgerung im Stück selbst geschah.

"Wenn du nichts im Leben gefunden hast, dass du so sehr liebst, dass du dafür sterben würdest, hast du nicht gelebt, dann bist du schon tod." - Nein, billig ist das Leben nicht.

Ich wünsche mir, dass ich selbst immer wieder genau dafür - für die Menschen und für die Liebe - eintreten kann.
"I have a dream. I'm a dreamer."